Kreisecke 09.2021 - Quo vadis Tübingen?

„I brauch koi Innenstadtstrecke“ höre ich immer wieder. Oft fällt dieser Satz ohne sachliche Begründung oder liegt an kleinräumigen Nachteilen. Das ärgert mich zunehmend. Innerhalb unserer Region, insbesondere innerhalb des Kreises hat die Universitätsstadt Tübingen eine herausragende Stellung. Schon Walter Jens wusste um Tübingens Charme und die Bedeutung und bezeichnete Tübingen als „kleine große Stadt“. Daran wird eine Stadtbahn nichts ändern, im Gegenteil! Die Aufenthaltsqualität wird deutlich verbessert, wenn wir den Stadtraum neu ordnen. Die Dauerstaus in Tübingen müssen der Vergangenheit angehören. Dabei halte ich das Auto für unsere Mobilität für ein wichtiges Verkehrsmittel. Die Stadtbahn wird eine Lücke im Mobilitätsangebot schließen: Die Linien aus der Region schaffen ein neues Angebot auf der Tübinger Hauptverkehrsachse, ergänzt durch ein abgestimmtes Busnetz. Wir erschaffen so ein attraktiveres ÖPNV-Angebot für Tübinger, für Pendler, für Besucher. Von diesen gibt es schließlich zusehends mehr, Jahr für Jahr. Vor allem durch die steigende Zahl von Arbeitsplätzen in den Kliniken, an der Universität, an Forschungsinstituten und in Wirtschafts- und Handwerksbetrieben. Mehr Tübinger, mehr Arbeitsplätze, ein immer größer werdender Hunger nach Mobilität zwingen uns zum Handeln, wir können „nicht nichts“ tun.

Viele kluge Menschen haben untersucht und festgestellt, dass sich die Verkehrsprobleme Tübingens am sinnvollsten mit der Innenstadtstrecke der Regional-Stadtbahn lösen lassen. Der Wohlstand Tübingens wird auch durch viele Menschen aus Kreis und Region geschaffen. Diesen Menschen gegenüber muss von der Stadt und der Stadtgesellschaft Verantwortung gezeigt werden. Mit der Innenstadtstrecke geht Tübingen die Verbindung mit Kreis und Region ein, die zu weniger Verkehrsbelastung führen wird.

Einig sind wir sicher alle, unser Klima zu schützen und neue Mobilitätswege zu erschließen. Eine Stadtbahn ist in der Lage zügig, leise, emissionsfrei viele Menschen umsteigefrei zu transportieren. Lassen Sie uns den Mut aufbringen und gemeinsam für Tübingen die Weichen auf Zukunft stellen.

Für die „letzte Meile“ der Diskussion wünsche ich mir, dass wir fair miteinander umgehen und wir uns - bevor man eine womöglich falsche Tatsache in die Welt setzt - auf www.regional-stadtbahn.de sowie in der Broschüre der Stadt Tübingen informieren.

Eugen Höschele, CDU-Kreistagsfraktion

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