Pflanzenschutzverbote der Kommission sind Generalangriff auf die ländlichen Räume in Europa

Friedlicher Protest mehr als gerechtfertigt

Brüssel: Die Europäische Kommission sieht ein generelles Verbot von Pflanzenschutzmitteln in empfindlichen Gebieten vor. Neben den Natura2000-Gebieten schließt das Verbot auch landschaftliche Schutzgebiete ein, welche in Deutschland ein Viertel der landwirtschaftlichen Fläche ausmachen, wie die zuständige Kommissarin Kyriakides in einem Antwortschreiben an die Abgeordneten Mortler und Lins nun bestätigt hat. Damit ist Deutschland am stärksten von den angedachten Verboten betroffen.

Die CDU/CSU-Abgeordneten des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung im Europäischen Parlament sprechen sich entschieden gegen ein generelles Pflanzenschutzverbot auf landwirtschaftlich genutzten Flächen aus.
„Der Vorschlag der Kommission alle Pflanzenschutzmittel auf empfindlichen Gebieten zu verbieten halten wir für den vollkommen falschen Ansatz. Hierzu fehlen eindeutig entsprechende Alternativen. Dies stellt unsere Landwirtinnen und Landwirte vor existenzielle Herausforderungen, führt für stark betroffene Landwirte de facto zu einem Berufsverbot und sendet insbesondere im aktuellen Krieg in der Ukraine ein völlig falsches Zeichen. Das ist ein Generalangriff auf die ländlichen Räume in Europa.

Wir hoffen, dass die Europäische Kommission die Stimmen der Landwirtinnen und Landwirte vernimmt, die heute in Bonn gegen den Kommissi-onsvorschlag Stellung beziehen. Ein friedlicher Protest gegen diese Politik ist mehr als gerechtfertigt. Wir werden im jetzt anstehenden Gesetzgebungsverfahren alles tun, um diese ungerechtfertigten Verbote zu ver-hindern. Zudem fordern wir den deutschen Bundeslandwirtschaftsminis-ter Cem Özdemir auf, sich in Brüssel auch gegen eine derartige Einschränkung auszusprechen.“

Hintergrund
Der Vorschlag der Kommission zur Verordnung über die nachhaltige Verwen-dung von Pflanzenschutzmitteln wurde am 22. Juni 2022 veröffentlicht.

Inhaltsverzeichnis
Nach oben