19.08.2011 Zeit das Richtige zu tun

Kolumne von PStS Annette Widmann Mauz MdB im Schwäbischen Tagblatt vom 19. August 2011


Endlich Ferien! Nicht nur für Schülerinnen und Schüler ist dies die schönste Zeit im Jahr. Für diejenigen, die ihren Schulabschluss in der Tasche haben, beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Ausbildung, Studium oder doch erstmal mit dem Rucksack durchs Ausland? Warum sich nicht gesellschaftlich und sozial engagieren und damit Perspektiven für die Berufswahl erschließen, Pluspunkte für den Lebenslauf sammeln oder Wartezeiten auf ein Studium sinnvoll überbrücken?
Unter dem Motto „Zeit, das Richtige zu tun“ startete am 1. Juli der neue Bundesfreiwilligendienst (BFD) als Zivildienstersatz. Der BFD bietet jährlich rund 35.000 Männern und Frauen jeden Alters mit abgeschlossener Schulausbildung die Möglichkeit zum freiwilligen Engagement. Die Einsatzbereiche sind dabei so vielfältig wie unsere Gesellschaft. Die Arbeitsfelder umfassen die Kinder und Jugendhilfe, die Wohlfahrts-, Gesundheits- und Altenpflege, die Behindertenhilfe, den Umwelt- und Naturschutz, den Sport, die Integration, die Kultur- und Denkmalpflege, den Bildungssektor sowie den Zivil- und Katastrophenschutz. Der Bund unterstützt die Freiwilligen monatlich mit bis zu 550 Euro für einen Zeitraum, der zwischen 6 bis 24 Monaten liegt und in Voll- oder Teilzeit absolviert werden kann. „Bufdis“ sind sozialversichert und Eltern erhalten weiter Kindergeld, sofern die Freiwilligen jünger als 25 Jahre alt sind. Neben dem Freiwilligen Sozialen- und dem Ökologischen (FSJ/FÖJ) Jahr bereitet der BFD damit den Weg in eine neue Kultur der Freiwilligkeit, die jedem offen steht.
Besonders junge Männer, die bisher als Zivis Zugang in soziale Einrichtungen erhielten, haben über den BFD weiterhin die Chance, positive Erfahrungen im Sozial- und Pflegebereich zu machen. Nicht wenige haben sich später für eine Ausbildung als Erzieher, Altenpfleger bzw. Gesundheits- und Krankenpfleger, Rettungssanitäter oder Physiotherapeut entschieden, - zukunftssichere Berufe, die in einer insgesamt alternden Gesellschaft stark gefragt sind.
Die Umstellung vom zivilen Pflichtdienst zum BFD verläuft noch nicht befriedigend. Bund, Länder, Kommunen sowie Sozial- und Wohlfahrtsverbände müssen deshalb an einem Strang ziehen. Derzeit gibt es 60.000 Anträge für das FSJ, aber nur 35.000 freie Plätze. Der BFD bietet bei gleichen Bedingungen ein genauso vielseitiges Angebot. Ein Blick auf www.bundesfreiwilligendienst.de lohnt sich. Es ist ein gutes Gefühl, gebraucht zu werden.
 

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