13.01.2012 Optimistisch in der Tat

Kolumne von PStS Annette Widmann-Mauz MdB im Schwäbischen Tagblatt

Was wird uns 2012 bringen? Während 17% der Deutschen Befürchtungen haben und 26% skeptisch in die Zukunft blicken, sehen laut Allensbach-Umfrage 49% der Menschen dem neuen Jahr optimistisch entgegen. Die grundlegend gute Stimmungslage hat handfeste Gründe. Deutschland ist vom „kranken Mann Europas“ wieder zum „Wirtschaftswunderland“ gesundet. Also: Alles gut?
Wenn ich mich in Europa umschaue, bin auch ich nicht ohne Sorge, schließlich wird 2012 das Bewährungsjahr für die Euro-Schuldenstaaten. Es nützt aber nichts, das eigene Handeln von Zukunftsängsten bestimmen zu lassen. Vielmehr kommt es darauf an, im Denken problembewusst und in der Tat optimistisch zu sein. Die Fortschritte in Italien, Spanien und Irland lassen hoffen.
Deutlich besser läuft es bei uns im Landkreis Tübingen, der mit 3,2% Arbeitslosigkeit im Dezember 2011 einen Niedrigrekord hält. Ob Langzeitarbeitslose, Jugendliche oder ältere Erwerbsfähige, die Jobchancen stehen überdurchschnittlich gut. Ein guter Grund, unsere Arbeitsmarktpolitik weiterzuführen, um noch mehr Menschen auf dem ersten Arbeitsmarkt in Jobs zu bringen. Neben dem erfolgreichen Abbau der Jugendarbeitslosigkeit müssen wir auch älteren Menschen, die bis zur Altersgrenze im Erwerbsleben stehen, echte Beschäftigungsperspektiven bieten. An der „Rente mit 67“ führt wegen steigender Lebenserwartung und zunehmendem Fachkräftebedarf kein Weg vorbei. Wir brauchen die Kompetenz und Erfahrung unserer älteren Mitbürger! Im Gegenzug verdienen sie altersgerechte Arbeitsplätze. Bei der betrieblichen Gesundheitsvorsorge gehen schon einige unser heimischen Betriebe mit gutem Beispiel voran. Hier liegt aber noch viel mehr Potenzial, das das Bundesgesundheitsministerium mit der Kampagne „Unternehmen unternehmen Gesundheit“ wecken will.
Den moderaten Aufschwung wollen wir mit maßvollen Entlastungen begleiten. Unsere Rentner werden 2012 mit einem Rentenplus von 2,3% rechnen können, während die Beiträge der Arbeitnehmer zur Rentenversicherung sinken. Der Steuerfreibetrag wird erhöht und die „kalte Progression“ in der Einkommenssteuer abgebaut, um untere und mittlere Einkommen zu entlasten. Mit einer allgemein verbindlichen Lohnuntergrenze der Tarifpartner und dem neuen Branchenmindestlohn in der Zeitarbeit ermöglichen wir faire Löhne. Ob in Familie, Beruf oder Politik - viele Aufgaben warten auf uns. Dafür wünsche ich Ihnen zuallererst Gesundheit, Glück und Gottes Segen.

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